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Verfahren

Wie ein Bohrpfahl hergestellt wird

Bohren, bewehren, betonieren: Der Ablauf ist in drei Schritten erzählt. Worauf es dabei ankommt und wo ein Bohrantrieb am Bagger ins Spiel kommt.

Verfahren
Verfahren
Pfahlgründung
Spezialtiefbau
Hydraulischer Bohrantrieb von MGF beim Nassbohren, Wasser tritt aus dem Bohrloch
KURZ GESAGT
Ein Bohrpfahl entsteht in drei Schritten: Zuerst wird ein Loch in den Boden gebohrt, dann wird ein Bewehrungskorb aus Stahl eingestellt, zum Schluss wird das Loch mit Beton gefüllt. Die Regeln dafür stehen in der DIN EN 1536.

Wofür Bohrpfähle gebraucht werden

Wenn der Boden an der Oberfläche die Last eines Bauwerks nicht tragen kann, wird sie in tiefere, tragfähige Schichten geleitet. Das übernehmen Pfähle. Bohrpfähle werden direkt im Boden hergestellt und sind im Spezialtiefbau eine der häufigsten Gründungsarten, zum Beispiel für Gebäude, Brücken, Lärmschutzwände und Masten.

Bohren

Das Bohrloch wird auf Durchmesser und Tiefe aus der Planung gebohrt. Damit die Wand des Lochs nicht einfällt, wird sie je nach Boden gestützt, zum Beispiel durch ein Stahlrohr, das mitgeführt wird. In standfestem Boden kann ohne Stützung gebohrt werden.

Bei kleineren Durchmessern und begrenzter Arbeitshöhe übernimmt ein Bohrantrieb am Bagger das Bohren.

Bewehren

In das fertige Bohrloch wird ein Bewehrungskorb aus Stahl eingestellt. Er nimmt später Zug- und Biegekräfte auf, die der Beton allein nicht tragen kann.

Betonieren

Der Beton wird von unten nach oben eingebracht, damit keine Hohlräume entstehen und Wasser oder Boden verdrängt werden. Wird mit Stützrohr gebohrt, wird es beim Betonieren gezogen.

TIPP: HOHLWELLE
Wenn der Beton direkt durch die Bohrschnecke eingebracht werden soll, ist ein Bohrmotor mit Hohlwelle die richtige Wahl.

Bohrpfahl, Mikropfahl, Bohrpfahlwand: der Unterschied

  • Bohrpfahl: einzelner Pfahl, der Lasten in den Boden leitet.
  • Mikropfahl: schlanker Pfahl mit kleinem Durchmesser, oft dort, wo kein Großgerät hinkommt, etwa im Bestand.
  • Bohrpfahlwand: viele Bohrpfähle in einer Reihe, die zusammen eine Baugrube sichern. Mehr dazu auf der Seite Baugrubenverbau.

Wann ein Bohrantrieb am Bagger die richtige Wahl ist

Große Bohrpfähle entstehen mit schweren Bohrgeräten. Für kleinere Durchmesser, enge Baustellen, geringe Arbeitshöhe, etwa unter Brücken oder Bahnoberleitungen, reicht oft ein Bohrantrieb am Bagger. Er braucht nur die Höhe von Antrieb und Werkzeug und nutzt ein Gerät, das ohnehin auf der Baustelle steht.

Fazit

Bohren, bewehren, betonieren: Der Ablauf ist immer gleich, die Technik hängt an Durchmesser, Boden und Platz. Wo ein Großgerät zu groß ist, ist ein Bohrantrieb am Bagger oft die wirtschaftlichere Lösung.

Häufige Fragen

Welche Norm gilt für Bohrpfähle?

Die DIN EN 1536 regelt Herstellung und Ausführung von Bohrpfählen.

Was ist der Unterschied zwischen Bohrpfahl und Mikropfahl?

Der Durchmesser und damit die Tragfähigkeit. Mikropfähle sind schlanker, werden dafür in größerer Zahl gesetzt und kommen an Stellen, an die ein Großgerät nicht gelangt.

Kann man unter einer Bahnoberleitung Pfähle gründen?

Ja, mit einem Verfahren, das ohne Mast auskommt. Ein Bohrantrieb am Bagger braucht nur die Höhe von Antrieb und Werkzeug.

Sie sind unsicher, welches Modell passt?

Nennen Sie uns Ihr Trägergerät, wir empfehlen den passenden Antrieb.

Welcher Antrieb passt zu Ihrem Bagger?

Nennen Sie uns Gerät, Öldruck und Ölmenge. Wir legen den Antrieb aus.

Baumaschinen mit rotem MGF Bohrantrieb auf dem Betriebshof